Wappen Wieniawa
Wappen Wieniawa

Wappen Wieniawa

Eines der ältesten polnischen Ritterwappen. Mehrere hundert Familien führten es, darunter die Familie von König Stanisław Leszczyński und der Chronist Jan Długosz.

Wie es aussieht

Im goldenen Feld ein schwarzer Wisentkopf mit einem goldenen Ring durch die Nüstern. Über dem Schild, als Helmzier, ein wachsender gekrönter goldener Löwe, der in der rechten Pranke einen Säbel hält. Die Helmdecken sind schwarz, mit Gold unterlegt.

Die Sage

Alte Heraldiker erzählten, unter Berufung auf Jan Długosz, die Entstehung des Wappens so:

Ein Fürst von Mähren ritt zu seinem Vergnügen auf die Jagd, da trat ihm ein Wisent in den Weg. Als ein Ritter namens Łastek, der den Fürsten begleitete, ein Mann von großer Kraft, dies sah, packte er das Tier an den Hörnern und hielt es nicht nur fest, sondern schnitt eine Gerte aus einem jungen Eichenschössling, drehte sie zu einem Band, zog es mit Gewalt durch die Nüstern, wand es zu einem Ring und führte das Tier so zu seinem Fürsten. Als er es einem anderen Höfling zu halten gab, merkte der Wisent, dass dieser nicht die Kraft hatte, ihn zu bändigen, und begann sich loszureißen und mit ihm zu ringen. Łastek sah es, zog sein Schwert und schlug so gewaltig auf den Hals, dass er dem Wisent mit einem einzigen Hieb den Kopf abschlug. Für diese Tapferkeit vom Fürsten gelobt, erhielt der edle Mann ein großes Gut als Lohn und dieses Wappen, und darin eben jenen Wisentkopf.

Die Sage vom Wappen Wieniawa in altpolnischer Überlieferung, nach Długosz, aus dem Polnischen übersetzt. Aufgezeichnet auf der Familienseite brodzikowski.info im Jahr 2011.

Daher im Wappen der schwarze Wisentkopf mit dem Ring in den Nüstern: eine Erinnerung an die Rute aus dem Eichenschössling. Dasselbe Motiv nennt das Wappenbuch von Kasper Niesiecki aus dem 18. Jahrhundert.

Bartosz Paprocki schrieb 1593 eine mährische Fassung auf. Danach erhielt der Köhler Věňava das Wappen vom König von Böhmen, zusammen mit dem Adel und Land in der Gegend der späteren Burg Pernštejn.

Älteste Belege

  • 1382: das älteste bekannte Siegel mit diesem Wappen, das Piotr Drzeczkowski aus Morkowiec gehörte.
  • 1388–1389: weitere Siegel der Familie Drzeczkowski und Gerichtsakten.
  • 1410: bei Grunwald (Tannenberg) kämpfte ein Banner mit diesem Zeichen unter Jan von Obiechów.
  • 15. Jahrhundert: das Wappen gelangt auch nach Litauen.

Schlachtruf

Der Schlachtruf des Geschlechts war einfach das Wort Wieniawa. Seine Herkunft ist unsicher. Ältere Autoren verbanden es mit der Rute aus der Sage, mit dem Namen des Ritters oder mit einem mährischen Ruf. Der Sprachwissenschaftler Aleksander Brückner leitete es von wiana ab, einem kleinen Besen aus Laub.

Bekannte Wappenträger

  • Jan Długosz, Chronist und Historiker
  • Stanisław Leszczyński, König von Polen
  • Maria Leszczyńska, Königin von Frankreich
  • Andrzej Leszczyński, Primas von Polen
  • Bolesław Wieniawa-Długoszowski, General und Adjutant Piłsudskis

Die Brodzikowskis vom Wappen Wieniawa

Der Name Brodzikowski steht in Tadeusz Gajls Herbarz polski (Polnisches Wappenbuch) auf der Liste der Familien vom Wappen Wieniawa, neben den Familien Brodnicki, Brodowski und Bronisz und anderen. Wappenbücher nennen die Namen der Familien, die ein Wappen führten. Sie beweisen aber nicht, dass jede Familie dieses Namens von denselben Vorfahren abstammt. Unsere adligen Wurzeln haben wir in Dokumenten noch nicht bestätigt.

Quellen: der Artikel Wieniawa (herb szlachecki) in der polnischen Wikipedia (CC BY-SA 4.0); Tadeusz Gajl, Herbarz polski od średniowiecza do XX wieku.